Die Vielfalt unserer heimischen Gewürz- und Heilkräuter ist riesig – ob aromatische Küchenhelfer, wie Schnittlauch oder Petersilie, wohltuende Heilpflanzen, wie Kamille oder Arnika, oder mediterrane Bienenfreunde, wie Thymian oder Oregano. Hier gibt es Daten und Fakten zum Kräuteranbau in Deutschland, Wissenswertes rund um Lakritz, Süßholz und Co., Tipps und Tricks für den eigenen Kräutergarten und vieles mehr.

Anbau heimischer Heil- und Gewürzpflanzen

In Deutschland werden aktuell 70 verschiedene Arten von Heil- und Gewürzpflanzen angebaut.

Zu den typischen Vertretern gehören u.a.

                                                                                           

 

 

In Deutschland lag die Anbaufläche von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen 2022 bei 9.600 Hektar. Größtes Anbauland ist Bayern mit ca. 3000 Hektar, gefolgt von Thüringen (1.200 Hektar), Nordrhein-Westfalen (900 Hektar) und Hessen (800 Hektar).

Für den Anbau von Arzneipflanzen gibt es strenge Vorgaben. Jedoch kommen nur lediglich 12-15 Prozent der in Deutschland verwendeten laut dem Julius Kühn-Institut auch aus heimischem Anbau.

 

Heilpflanzen: Vielfältig einsetzbare Naturtalente

Der Einsatz von bestimmten Pflanzen zur Linderung bei Schmerzen und schnelleren Heilung hat eine lange Tradition – man denke nur an Namen wie Hildegard von Bingen oder Sebastian Kneipp. Bis heute finden Heilpflanzen vielfältige Verwendungsmöglichkeiten.

Mit ihrer schmerzlindernden, entzündungshemmenden Wirkung sind als Tee oder Salbe fester Bestandteil einer guten Hausapotheke.

Durch ihre positiven Eigenschaften finden sie jedoch auch in Salben und Tinkturen der Naturkosmetik eine Verwendung.

Manche Heilpflanzen vereinen darüber hinaus sogar noch mehr Möglichkeiten in sich –  So macht Thymian bspw. zum Lammbraten eine ebenso gute Figur wie als hustenstillender Balsam oder Aufguss. Und auch optisch sind Thymian, Salbei, Melisse und Co. echte Hingucker für Küchenfensterbank, Balkon oder Terrasse.

Mehr zu heimischen Heilkräutern und ihrer Verwendung gibt es hier:

Heilkräuter für die Hausapotheke

 

Würzkräuter selbst anbauen

Wer seine Kräuter selbst anbaut, holt sich den eigenen Vorratsschrank in den Garten oder auf den Balkon. Mit einigen Tipps und Tricks sollte beim Anbau nichts schief gehen.

Gut überlegt sein sollte als erstes, welche Kräuter es sein sollen. Am besten entscheidet man sich hier für Sorten, die in der eigenen Küche auch Verwendung finden. Zusätzlich kann auf bienenfreundliche Pflanzen geachtet werden (z.B. Thymian, Lavendel, Oregano, Salbei). Wichtig: Es gibt mehrjährige und einjährige, winter- und frostharte Sorten.

Je nach Pflanze braucht es dann auch den richtigen Standort. Ob Kräuterbeet, -schnecke oder Balkonkasten – die Bodenbeschaffenheit und Sonneneinstrahlung spielen eine entscheidende Rolle für einen guten Ertrag. Mediterrane Pflanzen brauchen bspw. tendenziell viel Sonne. Auch die Nachbarpflanzen sollten mit Bedacht gewählt werden. Und: Auf ausreichend Platz für jede Pflanze achten.

Kräuter können direkt gesät, selbst vorgezogen oder als bereits vorgezogene Jungpflanzen gekauft werden. Das Einsetzen erfolgt dann im April/Mai. Tipp: Pflanzschilder (z.B. aus alten Eisstielen) mit den jeweiligen Bezeichnungen ersparen späteres Suchen.

Auch die Pflege richtet sich nach der Kräutersorte. Bei mediterranen Vertretern besser weniger gießen, dafür zurückschneiden. Insgesamt sollte der Boden regelmäßig gelockert und Unkraut entfernt werden. Einmal im Jahr empfiehlt sich eine Düngung, z.B. mit Kompost.

Steht die Ernte an, geschieht dies am besten immer direkt vor dem Verzehr. Zum Schneiden eine scharfe Küchenschere verwenden und für das perfekte Aroma an sonnigen Tagen ernten. Wer das Aroma der Kräuter für den Winter konservieren will, kann sie trocknen, in Öl einlegen oder gehackt einfrieren.

 

Mehr zu heimischen Küchenkräutern und ihrer Verwendung gibt es hier:

Heimische Küchenkräuter

 

Wildkräuter sammeln

Die Natur ist reich an essbaren Wildkräutern, wie bspw. Brennnessel, Giersch oder Löwenzahn. Beim Sammeln sollte man einige Punkte beachten:

Wo? Am besten immer einen Sammelplatz in einigen Metern Abstand zu Straßen oder Äckern auswählen, um einen Kontakt der Pflanzen zu Düngemitteln oder Pestiziden zu vermeiden. Die Gefahr einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm kann vermieden werden, wenn man die Kräuter vor dem Verzehr auf mindestens 60 Grad erhitzt.

Wie? Lecker und zart sind frische Blätter und Triebe – die Wurzel lieber stecken lassen. So bleibt die Pflanze für später erhalten.

Was? Vorsicht vor giftigen Doppelgängern, Hier können Bestimmungsbücher oder -apps weiterhelfen.

 

Exkurs: Süßholz und Lakritz

 

 

 

 

 

 

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Noch mehr Spannendes rund um Tee- & Arzneikräuter erfährst Du hier:

                          

Mehr über den Kräuteranbau und die -ernte 

  

Foto: BAH Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V.

Zum Experteninterview: Arzneipflanzen in der Pharmazie

 

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