Maisanbau: Das sind die Vor- und Nachteile

Unser heimischer Maisanbau boomt. Lag die Anbaufläche 1960 in Deutschland noch bei gerade einmal 56.000 Hektar sind es heute ca. 2,5 Mio. Hektar. Mais macht damit ca. ein Fünftel der gesamten Ackerfläche aus. Kritiker warnen deshalb vor einer sogenannten „Vermaisung“.

 

Ein Kritikpunkt ist z.B., dass durch den Maisboom traditionelle Futterpflanzen, wie bspw. Klee, verdrängt werden. Auch der hohe Flächenverbrauch, der teilweise zulasten von Niedermooren geht, spielt eine Rolle. Niedermoore sind nährstoffreiche Feuchtgebiete in Senken, Mulden etc. und kommen z.B. in Norddeutschland, Baden-Württemberg und Bayern vor. Sie erfüllen gleich mehrere wichtige Funktionen, so speichern sie CO2, filtern das Wasser und bieten einen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Kritiker des aktuellen Maisanbaus weisen außerdem darauf hin, dass einige Tierarten, wie etwa Feldhamster oder Lerchen, durch die "Vermaisung" ihren Lebensraum verlieren. Sehr wohl fühlten sich im Maisfeld hingegen die Wildschweine, was vermehrt zu Wildunfällen führe. Zwei weitere Aspekte sind das monotone Landschaftsbild und die gesteigerte Bodenerosion, da Mais im Jungpflanzenstadium nur sehr langsam wächst und durch mehrfachen Anbau den Boden zusätzlich auslaugt.

 

Was spricht dann für den Maisanbau? Hier wird vor allem die Bedeutung von Mais als sehr ertragreiche und preiswerte Futterpflanze genannt, die im Vergleich zu anderen Vertretern wenig Pflanzenschutz benötigt. Dank seiner hohen Biomasse-Ertragsmenge hat er ein großes Potential als Energiepflanze und ist als Biogas-Rohstoff somit klimafreundliche Alternative zu Erdgas, Erdöl, Kohle und Atomkraftwerken. Zudem gibt es neue Verwendungsoptionen, z.B. als Plastikersatz.

 

Heimischer Maisanbau: Chance oder Problem? Das sagen Experten

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