Mittwoch, 2.Juni 2021

Schweinehaltung neu gedacht: Zwischen bio und konventionell

„Aktivstall für Schweine“ – das ist ein Haltungskonzept, das von Familie Mörixmann aus Niedersachsen entwickelt wurde. Hier bekommen die Schweine besonders viel Bewegungsfreiheit und Beschäftigungsmöglichkeiten. Es gibt Fressbereiche auf Spaltenboden, Wühlbereiche auf Stroh, helle Stallbereiche mit Duschen und Spielzeug sowie abgedunkelte Ruhebereiche. Die Idee dazu entstand aus dem Wunsch heraus, ein völlig neues Stallkonzept zu entwickeln, dass die Vorteile der biologischen und konventionellen Haltung vereint, wie Gabriele Mörixmann berichtet: „Unser Wunsch war eine Schweinehaltung, die den Spagat zwischen möglichst viel Tierwohl, Transparenz und Umweltschutz sowie einem wirtschaftlichen Betrieb bis in die Ladentheke schafft.“ Dabei stand immer der Austausch mit dem Verbraucher im Fokus.

Häufig konfrontieren sich Landwirt und Verbraucher gegenseitig mit Kritik. Einige Verbraucher kritisieren, dass Landwirte nicht genug Wert auf das Tierwohl legen. Landwirte werfen den Verbrauchern hingegen vor, dass sie nur die billigsten Produkte kaufen. Gabriele Mörixmann sieht da sowohl Landwirte als auch Verbraucher in der Verantwortung: „Wir Landwirte selbst wollen keine Pauschalkritik – sind aber ganz großzügig gegenüber dem Endkunden damit. Aber es gibt nicht den „einen Kunden“.“

Sie ist der Meinung, dass es verschiedene Ernährungswünsche gibt, die die Landwirte gemeinsam erfüllen können. Wichtig ist ihr aber auch, dass der Kunde keine Pauschalkritik gegenüber den Landwirten übt. Daher ist ihr die Transparenz ihrer Arbeit so wichtig: „Erstmal wird dem Endkunden dadurch, dass er einen Einblick in den Label-Dschungel bekommt, bewusst, dass er sich für mehr Tierwohl entscheiden kann, wenn er das möchte.“

Um den Menschen einen Einblick in die Schweinehaltung zu geben, öffnet Gabriele Mörixmann regelmäßig die Tore für interessierte Besucher. Darüber hinaus informiert sie die Verbraucher über alles, was im Stall und rundherum passiert auf ihrem Instagram-Kanal @aktivstallfürschweine. Unter der Rubrik „Schattenseite“ berichtet sie auch über traurige Dinge, die im Stall passieren, denn das gehöre „genauso zum Alltag dazu wie alles andere“, betont Gabriele Mörixmann.

Klar ist für sie natürlich auch, dass ihre Art der Schweinehaltung ohne den Kunden nicht möglich wäre: „Das ist einfach 30 Prozent teurer, was wir hier machen und da haben wir ohne den Kunden, der den höheren Preis für die Produkte bezahlt, keine Chance. Aber es ist natürlich auch unsere Aufgabe, zusammen mit unseren Vermarktungspartnern, dem Kunden die Möglichkeit zu geben diese Produkte überhaupt zu finden.“

Und wo kann man das Fleisch aus dem "Aktivstall" von Familie Mörixmann kaufen?

Verkauft werden die Aktivstall-Produkte in der Umgebung von Melle in verschiedenen Fleischereien, Supermärkten wie Rewe und Edeka sowie im eigenen kleinen Hofladen vor Ort.


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