Donnerstag, 18.Mai 2023

Maischen, Läutern, Gären – Prost! So wird Bier gebraut

In einer guten Flasche Bier steckt neben hochwertigen Zutaten auch einiges an (Hand-)Arbeit und Knowhow. Mit Interesse und Geschick kann man aber auch seine eigene Charge im kleinen Stil produzieren und als Hobbybrauer durchstarten. Wir haben einem der braubegeisterten Quereinsteiger über die Schulter geschaut.

Bevor es ans Brauen geht stellt sich natürlich die Frage Welches Bier soll es sein? Heute fällt die Entscheidung auf ein obergäriges Pale Ale mit leichter Zitrusnote. Der Hobbybrauer wählt das passende Malz aus und wiegt fünf Kilogramm davon ab. Das ergibt am Ende etwa 20 Liter Bier – eine gut händelbare Menge für die Eigenproduktion. Dann werden die Malzkörner in einer Mühle geschrotet, also aufgebrochen.

Jetzt wirds würzig

Als nächstes steht aber erst einmal das sogenannte Maischen auf dem Programm. Dafür erhitzt der Brauer 20 Liter Leitungswasser im Maischebottich und gibt Malzschrot dazu. Während der nächsten 60 Minuten wandeln fleißige Helferlein – Enzyme – die Stärke des Malzes in vergärbaren Zucker um. Es entsteht Stammwürze, auch Bierwürze genannt, deren Zuckergehalt der Brauer mithilfe des Refraktometers platogenau messen kann. (Richtig gelesen – Grad Plato ist die eigene Maßeinheit für den Gehalt der Stammwürze.)

Da es beim Brauen für jeden Handgriff und Vorgang einen eigenen Fachbegriff gibt, hier gleich der nächste: Beim Läutern, das nun ansteht, wird die fertige Würze (quasi das Zuckerwasser) vom Rest des Malzes getrennt. Das passiert, indem die Würze durch die Malzreste fließt, die durch die Spelzen einen natürlichen Trübstoff-Filter bilden. Gleichzeitig entsteht dabei der Treber, der später als Tierfutter oder sogar in der Brotbäckerei Verwendung findet. 

Ohne Hopfen kein Bier

Als nächste Zutat kommt nun Hopfen in Spiel, den der Hobbybrauer in praktischen Pellets dosiert sorgfältig abwiegt. Ganze 80 Minuten dauert der Kochvorgang und die sollte man sich auch nehmen. Denn die Bitterstoffe – entscheidend für die spätere Haltbarkeit des Biers sowie seinen feinherben Geschmack – werden dabei aus dem Hopfen gelöst.

Nach dem Abkühlen und einem erneuten Check der Stammwürze geht es für den Sud ab in den Gärbottich, wo er unter Rühren mit Sauerstoff angereichert wird. Dieser sorgt für eine rasche Vermehrung der Hefe, welche anschließend – und in diesem Fall als Trockenhefe – auf die Würze aufgestreut und eingerührt wird.

Mit Geduld zum Genuss

Der Hobbybrauer kann jetzt erst einmal Feierabend machen. Der Brauprozess jedoch geht noch weiter. Während der folgenden Woche wird die Hefe während der so genannten Hauptgärung den Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid verstoffwechseln. Anschließend wird das fertig vergorene Bier in ein druckfestes Gefäß abgefüllt und mit Kohlensäure angereichert, damit es auch schön spritzig ist. Als letzter Schritt folgt dann die Lagerung: sechs bis acht Wochen bei null bis zwei Grad, wie der Brauer verrät. Dann endlich ist das Bier geklärt und fertig zur Verkostung. Beim obergärigen Pale Ale empfiehlt sich übrigens eine Trinktemperatur von elf bis 14 Grad. Also dann, Prost!


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