Dienstag, 29.März 2022

Landfrau Martinas Hühnerhof

Kochen und backen mit frischen Eiern von den eigenen Hühnern – diesen Traum hat sich Landfrau Martina vor vier Jahren erfüllt. Angefangen hat alles mit 15 Hühnern und einem Hahn. Mittlerweile leben auf Martinas kleinem Bauernhof zwei Hähne und zwanzig Hühner, die sie täglich mit frischen Eiern versorgen. Jetzt im Frühling, sobald ein Huhn gluckt, möchte sie sogar selber Küken großziehen. Uns hat Martina verraten, warum ein Bauernhof ohne Hühner für sie undenkbar ist, worauf man bei der Haltung von Hühnern achten sollte und was man mit den vielen frischen Eiern alles machen kann.

Martina, seit wann hältst Du Hühner?

Bei meinen Eltern hatten wir schon immer Hühner. Ich bin quasi mit Hühnern aufgewachsen. Selber halte ich seit 2018 auf dem eigenen Grundstück Hühner. Es ist einfach toll, jeden Tag frische Eier aus dem eigenen Stall holen zu können. Damit meine Hühner viel Abwechslung haben, sind sie auch schon dreimal innerhalb des Hofes umgezogen.

Warum hältst Du Hühner daheim?

Für mich gehören Hühner auf einem kleinen Bauernhof einfach dazu. Anfallende Essensreste landen bei uns nicht im Müll, sondern im Hühnerstall. Darüber freuen sich die Hähne und Hühner immer sehr. Und frische Eier kann man natürlich immer gut gebrauchen, vor allem wenn man gerne backt und kocht.

Wie viele Eier bekommst Du durchschnittlich im Jahr und was tust Du damit?

Im Durchschnitt legen die Hühner etwa zehn Eier pro Tag, dies schwankt allerdings zwischen sechzehn und drei Eiern täglich. Im Jahr sind es also um die 3.500 Eier, das ist schon eine ganze Menge. Die Eier nutze ich für uns zum Kochen, Backen und Braten – dadurch habe ich immer Zutaten für ein schnelles Essen parat. Sonst tausche ich die Eier auch gern bei Nachbarn und Freunden – das funktioniert auf dem Dorf nach dem Motto „Geben und Nehmen“. Letzte Woche konnte ich zum Beispiel 2 Packungen Eier gegen ein Glas Honig tauschen.

Welche Hühnerrasse eignet sich Deiner Meinung nach gut und warum?

Es gibt viele verschiedenen Rassen, die sich für die Hobbyhaltung eignen. Ich habe weiße Leghorn, die sind sehr schmal und sehr aktiv, fast schon etwas irre. Dann habe ich noch Lohmann Brown und Grünleger (Araucana). Außerdem leben bei mir noch Sussex Hühner – die legen zwar weniger Eier, kann man aber vom Gewicht her auch gut schlachten – also eine Zweinutzungsrasse. Mein Hahn ist ein Ayman Cemani, der ist komplett schwarz und sieht einfach toll aus! Es gibt viele Rassen, die sich für die eigene Hühnerhaltung eignen. Wichtig ist, sich vor der Anschaffung gut mit den verschiedenen Rassen zu befassen und gut zu überlegen, welche Hühner man halten möchte.

Welche Pflege der Tiere ist notwendig?

Ich schaue täglich zweimal nach meinen Tieren. Hier gucke ich, ob es allen gut geht und gebe ihnen frisches Futter und Wasser. Morgens mache ich den Stall auf und abends zu, so dass die Tiere raus gehen können. Alle zwei Wochen wird der Stall ausgemistet und neu eingestreut. Sie haben im Stall eine Kies-Ecke, hier können sie scharren und kleine Steinchen aufnehmen. Es gibt auch ein Brett, auf das Futterrüben zum Picken aufgesteckt werden. Ein Strohballen im Stall dient zur Beschäftigung und zum Erkunden.

Was fressen die Hühner?

Die Hühner bekommen ein fertiges Mischfutter, indem alle wichtigen Nährstoffe enthalten sind. Dann bekommen sie noch Weizen, Sonnenblumenkerne und Futterrüben. Wenn Essensreste da sind, z.B. Brot, Kartoffeln, oder Gemüse, bekommen sie die auch. Hühnergrit steht auch immer zur Verfügung, sowie ein Vitaminmix, der ins Tränkewasser kommt – das mache ich aber nur über die Wintermonate.

Wie alt werden sie bei Dir ungefähr?

Die Hühner bleiben bei mir, bis sie sterben – also ungefähr fünf Jahre.

 

 

Wie viel Platz haben die Hühner bei Dir?

Der Stall ist ca. 35 Quadratmeter groß, mit einem erhöhten Bereich der Sitzstangen mit Kotbrett. im Außenbereich habe ich einen Geflügelstromzaun. Diesen stelle ich ca. zwei- bis dreimal im Jahr um, so dass sich der Boden erholen kann, denn die Hühner picken alles Grün weg, das dort wächst. Insgesamt sind das im Außenbereich ca. 100 Quadratmeter. Es kommt auch schon mal vor, dass die Hühner ausbrechen und sich über das Gemüsebeet hermachen.

Welche Voraussetzungen braucht man unbedingt, wenn man selbst Hühner halten will?

Man muss den Tieren auf jeden Fall genug Platz und Beschäftigung bieten. Täglich mindestens einmal nach ihnen sehen und sie versorgen. Die Tiere können natürlich auch krank werden, man muss eventuell Tierarztkosten einplanen oder notfalls die Tiere von ihrem Leiden erlösen. Der Stall muss auch regelmäßig gereinigt werden – und Hühnerkot ist wirklich unangenehm und hartnäckig. Eine Auslaufmöglichkeit ist zu empfehlen, aber auch die Option, die Tiere wegen der Geflügelgrippe mehrere Wochen eingesperrt zu lassen, muss bedacht werden. Deshalb sollte der Stall auch ausreichend groß sein und Abwechslung bieten.

Hast Du ein Lieblingshuhn? Und haben Deine Hühner Namen?

Ich habe ein Lieblingshuhn, das ist aus eigener Nachzucht und ist durch die wilde Kreuzung ein Federfüßiges Huhn. Das ist mittlerweile auch schon vier Jahre alt – und legt wahrscheinlich keine Eier mehr. Die Hühner haben keine Namen, nur mein schwarzer Hahn – der heißt Franka Jäger.

 

Interview (PDF) downloaden (auf das Bild klicken)

 

Mehr erfahren über Landfrau Martinas Hühnerhof auf YouTube.

 

 


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