Donnerstag, 22.Juli 2021

Knoblauch: Exotisches Gewürz aus der Heimat

Getreidefelder wohin man schaut, das ist typisch für das Thüringer Becken. Seit Jahrhunderten bauen die Landwirte hier auf den fruchtbaren Böden vor allem Weizen, Gerste und andere klassische Feldfrüchte an.

 

Hier liegt das kleine Örtchen Straußfurt, knapp 25 Kilometer von Thüringens Landeshauptstadt Erfurt entfernt. Wenn im Sommer die Erntezeit beginnt und sich die Mähdrescher in Bewegung setzen, weht ein Hauch von Urlaubsstimmung durch das Dorf. Das liegt nicht etwa daran, dass die Landwirte hier weniger fleißig oder besonders entspannt wären. Es ist vor allem der Geruch, der an südliche Länder erinnert. Oder vielmehr an die Küche Spaniens. Denn die örtliche Agrargenossenschaft baut seit ein paar Jahren Knoblauch an.

 

Auf deutschen Feldern ist das Liliengewächs eher selten zu finden. Die Ware, die in Deutschlands Supermärkten landet, kommt meist aus China, Ägypten oder Spanien. Das hat den Chef der Agrargenossenschaft Straußfurt, Matthias Wiegand, so sehr beschäftigt, dass er, der für sein Leben gern Knoblauch ist, kurzerhand selbst in den Anbau der würzigen Knollen eingestiegen ist.

 

Auf sechs Hektar wird jetzt Knoblauch angebaut. Von der Pflanzung bis zur Ernte geht es dabei nicht ohne menschliche Unterstützung. Die Knoblauchfelder werden nicht mineralisch gedüngt und auch auf Pflanzenschutzmittel wird verzichtet. Unkraut muss von Hand bekämpft werden, mit einer Hacke, wie es der Kleingärtner kennt. Bei einer Fläche, die so groß ist wie acht Fußballfelder, ist das eine große Kraftanstrengung. Deshalb helfen vor allem in der Ernte Saisonkräfte mit. Der Knoblauch wird dann mit einer Vollerntemaschine (einem so genannten Klemmbandroder) aus der Erde geholt, Reihe für Reihe.

 

Nach der Ernte müssen die Knollen für den Verkauf vorbereitet werden. Kleinere Knollen werden aussortiert. Für sie findet Matthias Wiegand keinen Abnehmer, denn er liefert an den Lebensmitteleinzelhandel. Und der hat strenge Vorgaben an die Qualität des würzigen Gemüses. So wird jede Knolle noch einmal von Hand geschält, Stiel und Wurzel werden eingekürzt.

 

Das Besondere am Straußfurter Knoblauch ist, dass er frisch vermarktet wird. Der Geschmack ist dann feiner und man selbst soll nach dem Verzehr weniger streng riechen. Knoblauch-Kenner Matthias Wiegand jedenfalls schwört auf frische Ware, weil das Aroma intensiver, aber zugleich auch milder sei. Von Verbraucherinnen und Verbrauchern wünscht er sich, dass sie beim Einkauf noch stärker darauf achten, dass die Lebensmittel aus der Region kommen. Denn „echte Frische und wirklich saisonale Produkte sind nur von Erzeugern aus der Heimat zu bekommen“, betont Landwirt Wiegand.

 

 


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